Inklusion – auch an Musikschulen ein Thema

Fähigkeiten, Talente – die sind in jedem Menschen. Dies wird bei den Eltern- und den Kinderworkshops thematisiert. Auch das Stärkenmosaik der Aktion „Wir l(i)eben Vielfalt“ beweist das und zeigt, dass z.B. Fußball und Musikzieren bei vielen Kindern sehr beliebt ist. Hier liegen  Gemeinsamkeiten und Kontaktbrücken zwischen Kindern mit und ohne Behinderungen auch außerhalb der Schule. Orte, um die Fähigkeiten und Interessen  zu entwickeln und zu pflegen sind neben der  Schule, z.B. der (Sport)-Verein oder die Musikschule. Es kann eine Begleitung nötig sein, die den Zugang und das Mitmachen an Angeboten überhaupt erst ermöglicht. Im Unterricht sind das z.B. die Schulhelfer oder im Hort die Pädagog/innen mit Zusatzausbildungen im Bereich Autismus etc.

Inklusion ist für den Sport schon lange und für die Musikschulen seit dem vergangenen Jahr ein Thema. Die Musikschule in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg hat als einzigste Musikschule den Bereich „Musikunterricht für Menschen mit Behinderung“. Geleitet wird dieser von Frau Ginette Mühlmann.

Einen interessanten Beitrag dazu gibt es auf der Site von Inforadio.de

http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/bme/201501/09/214658.html

„In der  Musikschule geht es jedoch nicht um die Gemeinschaft von behinderten und nicht behinderten Menschen, sondern darum, überhaupt einen Zugang zum Angebot der Einrichtung zu schaffen. Jeder soll ein Instrument lernen oder Gesangsstunden nehmen dürfen, egal welche Voraussetzungen er mitbringt. Ginette Mühlmann klärt die Vorlieben und Fähigkeiten der zukünftigen Schüler ab und sucht geeignete Lehrer. Nicht jeder Pädagoge ist geeignet. Er muss bereit sein, klassische Kategorien wie „musikalisch“ oder „unmusikalisch“ über Bord zu werfen.“

Grundlage dafür ist die gelebte Erfahrung von Ginette Mühlmann als Mutter eines Sohnes mit Autismus, „dass nicht alle Leute gleich sind, und dass man auch sehr verschiedene Bedürfnisse haben kann, die berechtigt sind und die man akzeptieren muss.“

Der letzte GlücksIndex zu Deutschland besagt, dass die subjektiv empfundene Lebensqualität der  Menschen mit Behinderung vor allem darunter leidet, keinen Kontakt zu Menschen außerhalb ihrer Gruppe (Werkstatt etc.) zu haben. Es kann also einerseits darum gehen, den Zugang zu Angeboten zu ermöglichen, andererseits darum, gemeinsam zu musizieren, zu laufen/zu rollen oder im Judo gegeneinander anzutreten.

Wie toll das gemeinsame Musizieren sein kann zeigt die AKONA -eine Projektband der AWO mit behinderten und nichtbehinderten Musikern.
Jedes Jahr auf dem Bergmannstraßenfest ist diese Band zu Gast. Ein Besuch lohnt sich bestimmt.

Auch für uns an der Schule ist es wichtig, unter Bereücksichtigung der verschiedenen Bedarfe der Schüler/innen gemeinsame Erfahrungen und Kontakt zu schaffen, z. B. beim Literaturfest, beim Musikfest  und bei den inklusiven Projekttagen. Bei einem Theaterstück 2014 z.B. arbeiteten drei verschiedene Schülergruppen mit:

  1. Die gesamte (eigene) Klasse
  2. Der Chor aus einer anderen 4. Klasse
  3. Eine Klasse aus dem Bereich Förderschwerpunkt Lernen.

Zur inklusiven Praxis an unserer Schule zählt auch die jährliche jahrgangs-und abteilungsübergreifende Skifahrt. Hier existiert die Möglichkeit, gemeinsam eine neue Sportart kennenzulernen, ganz neue Landschaften zu entdecken und neue Kontakte herzustellen.

Die regelmäßigen Regenbogentage in der Villa Coemnius bieten viele Aktivitäten an, an denen ebenfalls alle teilnehmen können – über die Klasse oder die Hortgruppe hinaus gemeinsam Erfahrungen sammel, beim Klettern, im Malatelier u. s. w.

Im Sport und in den Vereinen ist Inklusion zwar ein Thema, aber in der Praxis mit vielen Vorbehalten beladen. So stoßen Sportler mit Behinderungen häufig auf Widerstände, wenn Sie Sportstätten für sich nutzen möchten und das vielleicht zu Zeiten, wo auch andere trainieren oder spielen. „Der könnte mit seiner Prothese ein Unfallsriskio für sich und für andere sein“, „Die Räder des Rollstuhls machen schwarze Streifen auf dem Boden“ u.s.w.

Auch im Sport hat die Inklusion also – bei allen tollen Projekten, z.B. im Bereich des Judos- noch einen langen Weg vor sich. Daher hat sich auf Ebene des Landessportbunds Berlin ein Netzwerk für Inklusion im Sport gegründet. Infos dazu erhalten Sie unter dem Link

http://www.lsb-berlin.net/angebote/netzwerk-sport-inklusion/

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